Schloss Könitz
Das Wahrzeichen von Könitz ist das Schloss, was seinen Ausdruck auch im Könitzer Wappen findet.
Der Bau der Schlossanlage durch einen Ritter von Conz erfolgte vermutlich bereits um das Jahr 800.
1125 übergaben Adalbert und Christine von Conz ihre Besitzungen dem Kloster in Saalfeld. Dies ist die erste bekannte urkundliche Erwähnung von Könitz und damit auch des Schlosses. 1167 wird Conz als Burg bestätigt.
1438 übernimmt die Adelsfamilie von Holbach die Burg und beginnt mit umfangreichen Umbauarbeiten. 1562, ein Jahr zuvor war Conz in Könitz umbenannt worden, wurde der noch heute stehende Renaissancebau unter Veit Dietrich von Holbach fertiggestellt.
Das Geschlecht der von Holbach versiegt 1608, die Burg kommt wieder zum Besitz der Grafen von Schwarzburg-Rudolstadt. Im Laufe der Zeit hat das Schloss mehrere Eigentümer, bis es im Zuge der Fürstenenteignungen als Folge der Novemberrevolution 1918 Eigentum des neu gegründeten Landes Thüringen wird.
1943 werden umfangreiche Bauarbeiten ausgeführt, um das Schloss für eine faschistische Organisation einzurichten. Am 13. April 1945 ist der braune Spuk in Könitz zu Ende. Eine kleine Abteilung der US - Army besetzt kampflos das Schloss.
Nach dem Kriegsende wohnen vorübergehend Umsiedler im Schloss, dann werden die Gebäude als Wohnheim für die Lehrlinge der Maxhütte Unterwellenborn genutzt. 1951 finden in Berlin die dritten Weltfestspiele statt, und alle in Könitz untergebrachten Lehrlinge nehmen daran teil. Zum Glück, denn während dieser Zeit wird das Schloss durch einen Brand fast völlig zerstört. Da sich auch der Hausmeister zu diesem Zeitpunkt nicht im Schloss aufhält kommen glücklicherweise keine Menschen zu Schaden. Das Könitzer Wahrzeichen aber ist nur noch eine ausgebrannte Ruine.
Doch ein Abriss der alten Burg war keine Option. Der Wiederaufbau wurde beschlossen, und bereits 1955 war das Schloss wieder hergestellt. In der Folgezeit diente es als Altenwohnheim.
Nach der “Wende” 1989/90 wurde das Schloss von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) als psychiatrisches Pflegeheim übernommen. Bereits zuvor wurden psychisch Kranke im Altenheim betreut. Die Integration der psychisch Behinderten im Ort war und ist völlig problemlos.
Da die Bedingungen für die Betreung psychisch kranker Menschen im Schloss nicht ideal waren, wurden zwei neue Pflegeheime in Könitz errichtet.
Seit Anfang 2006 hat das Schloss wieder einen privaten Besitzer, Dr. Robert Rudolf Mels-Colloredo-Günhartinger aus Österreich.
Doch so streng wie es das Schild vermuten lässt ist die Realität nicht. Der neue Besitzer hat nach dem Erwerb des Schlosses ausdrücklich erklärt, dass er den Schlosspark für die Öffentlichkeit zugänglich halten will. Und so ist der Weg durch das Gelände des Schlosses nach wie vor der kürzeste Weg zum Pflegeheim und zum Röhrensteig.


